LEAN Management Prinzipien

Die 5 wichtigsten LEAN Management Prinzipien die dein Unternehmen von Grund auf verändern können

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Um die 5 wichtigesten LEAN Management Prinzipien geht es heute.

Was Lean Management ist und wo man es einsetzen kann?

Das haben wir bereits im letzten Beitrag geklärt. Außerdem sind wir darauf eingegangen, welches Potential im Lean Management liegt.

Was aber sind die wichtigsten Prinzipien hinter dem Lean Management?

Auf diese Frage gehen wir in diesem Beitrag ein.

Legen wir los:

LEAN Management Prinzip #1 – Kundenwert definieren

„Nur vom Nutzen wird die Welt regiert.“

Das sagte schon Friedrich Schiller über den Nutzen und welchen Nutzen du deinen Kunden bietest, ist daher Dreh- und Angelpunkt allen Tuns.

Bevor du also anfängst dir Gedanken über die Umsetzung von Lean Methoden zu machen, kläre zunächst ab, wofür die Kunden deines Unternehmens bereit sind zu zahlen und wofür nicht.

Denn Alles was deinem Kunden keinen Nutzen bringt, will er nicht bezahlen und ist damit Verschwendung. Und das ist der Kern des LEAN Management:

Jede Verschwendung soll eliminiert werden!

Lean Management beginnt immer damit den Wert aus Sicht des Kunden zu erkennen und zu definieren. Später werden wir noch darüber sprechen, dass das nicht nur für deinen externen Kunden gilt, sondern wie wichtig dieses Verständnis und dieses Mindset auch für interne Kunden ist.

Denn nur, wenn jeder verstanden hat, was sein (interner oder externer) Kunde braucht, ist es ihm möglich effizient und effektiv zu handeln und Verschwendung zu vermeiden.

Effektivität = die richtigen Dinge tun

Effizienz = die Dinge richtig tun

Deine Aufgabe ist es also die richtigen Dinge für dein Unternehmen auszuwählen und dann dafür zu sorgen, dass diese richtig ausgeführt werden.

Bezogen auf die Einführung von LEAN Management klären wir nun ab, was die richtigen Dinge sind.

LEAN Management Prinzip #2 – Wertstrom identifizieren

Wenn du also weißt, was der Wert deines Produktes für den Kunden ist, kannst du mit dem nächsten Prinzip beginnen.

Nun gilt es den Wertstrom in der Erstellung des Produktes oder der Dienstleistung genau zu durchleuchten. Das Mittel der Wahl ist für dich hier das sogenannte Value Stream Mapping (VSM). Beim Value Stream Mapping schreibst du jeden Schritt der Leistungserstellung auf. Du fängst ganz hinten im Prozess an, bei deinem Kunden. Wieviele Teile oder Dienstleistungen möchte er pro Zeiteinheit (eine Woche, ein Monat) von dir erhalten. Du gehst von diesem Punkt rückwärts durch deine Fertigung und schreibst an jeder Station auf,

  • wie lange dort insgesamt gearbeitet wird (1 Schicht am Tag, 2 Schichten am Tag…)
  • wie lange ein Teil dort bearbeitet wird
  • wieviele Mitarbeiter dort arbeiten.

Es ist auch wichtig, wieviele Teile Puffer es zwischen jeder Station gibt. Am Ende ergibt sich ein Bild, welches den gesamten Produktionsdurchlauf in deinem Unternehmen darstellt.

Wenn du den Wertstrom mit VSM aufgezeichnet hast, geht es darum, daraus den idealen Wertstrom zu entwickeln. Dabei fallen dir alle Verschwendungen auf, die es heute in deinen Abläufen gibt.

Die perfekte Basis, um eine Verschwendung nach der nächsten in Angriff zu nehmen.

Bei der Betrachtung der Verschwendung in deinem Werstrom zeigt sich auch, warum es so wichtig ist, dass der Chef des Unternehmens das Thema LEAN voll und ganz unterstützt. Denn es kann gut sein, dass die Ursache für eine Verschwendung in der Produktion in einer ganz anderen Abteilung liegt. Steht der Chef nicht voll hinter der Sache, kann es bei der Optimierung zu langen Diskussionen kommen. Denn ist die andere Abteilung nicht bereit, ihre Abläufe zu ändern, ist es nicht möglich, die Verschwendung zu beseitigen. Ist die Unterstützung aber da, können große Optimierungen erreicht werden.

Value Stream Mapping ist nicht nur für die Analyse des Produktionsprozesses interessatn, sondern kann auch für die wichtigsten Abläufe im Büro durchgeführt werden.

Du kannst VSM z.B. zum Durchleuchten

  • des Auftragsdurchlaufs,

  • des Entwicklungsprozesses,

  • einer Programmerstellung

und vielen weiteren Bereichen anwenden. Wie wir im letzten Beitrag bereits geklärt hatten, kann LEAN Management und damit alle LEAN Prinzipien in allen Bereichen des Unternehmens eingesetzt werden.

LEAN Management Prinzip #3 – Fluss optimieren

Nun geht es damit weiter sich am Wertstrom entlang zu hangeln und dafür zu sorgen, dass die Wertschöpfung ohne Unterbrechungen von Anfang bis Ende durchlaufen kann.

Das hört sich jetzt erstmal wenig konkret an. Aber lass mich dir ein Beispiel geben, um das Thema etwas besser zu erläutern:

Schauen wir uns ein Unternehmen an, in welchem Metallteile zunächst in zwei Schritten maschinell bearbeitet und danach montiert werden müssen. Das Geschäft läuft gut und die Maschinen sind voll ausgelastet.

Alles super soweit.

Auf Maschine 1 läuft ein wichtiger Auftrag, auf den der Kunde schon seit einer Woche wartet. Wenn der Auftrag auf Maschine 1 fertig ist, muss er noch auf Maschine 2 und dann durch die Montage.

Maschine 2 arbeitet gerade an einem anderen Auftrag, als der Auftrag an Maschine 1 fertiggestellt ist. Es bleibt also nichts anderes übrig, als das Material irgendwo zu parken und zu warten, bis Maschine 2 fertig wird.

Oder aber der Auftrag an Maschine 2 muss unterbrochen werden. Dann müsste Maschine 2 auf den anderen Auftrag umgerüstet werden. Das Material des gerade laufenden Auftrages würde in der Fertigung rumstehen und Maschine 2 müsste später wieder auf den abgebrochenen Auftrag zurückgerüstet werden.

Das ist Verschwendung pur.

Würdest es aber eine Möglichkeit geben, bei der das Material von Maschine 1 direkt an Maschine 2 und dann sofort in die Montage gehen kann, dann wäre das Material im Fluss.

  • Keine Wartezeiten,
  • kein unnötiges Material in der Produktion,
  • kein unnötiges Rüsten.
  • Keine Verschwendung.

Genau darauf zielen alle Maßnahmen ab, die du aus dem Wertstrom ableiten kannst.

LEAN Management Prinzip #4 – Pull Prinzip umsetzen

Um den Fluss in dieser Art zu optimieren, musst du in deiner Fertigung das sogenannte Pull Prinzip einsetzen.

Push vs Pull

Dabei soll das Material wie an einer Kette gezogen durch die Fertigung laufen. Schieben ist weder bei einer Kette, noch in deiner Fertigung sinnvoll. Was genau du aber tun musst, um das Pull Prinzip in deinen Abläufen einzusetzen, wird in der VSM Serie noch näher besprochen.

Wichtig ist es zu ermitteln, wie viele Teile eines Produktes der Kunde genau haben möchte. Daraus ergibt sich der sogenannte Kundentakt, also die Zeit, die du pro Stück brauchen darfst.

Dann schaust du dir an, welcher Produktionsschritt am längsten dauert, denn das ist der taktbestimmende Produktionsschritt. Genau an diesem Schritt planst du deine Produktionsaufträge ein. Alle Produktionsschritte davor und danach orientieren sich an diesem Schrittmacherprozess.

Der Schrittmacherprozess zieht das Material aus Richtung Produktionsanfang auf sich zu, du hast das Pull-Prinzip umgesetzt.

Alle nachfolgenden Produktionsschritte werden nach dem sogenannten FIFO Prinzip gesteuert. Dabei sind die nachfolgenden Produktionsschritte mit kleinen Flächen verbunden, auf denen eine minimale Lagermenge vorgehalten wird. Aber gerade so viel, dass beide Produktionsschritte ungestört laufen können. Das Material läuft in einer vorgegebenen Reihenfolge durch diesen Puffer. Was zuerst reingeht, kommt auch als erstes wieder heraus (First In First Out).

Hast du diese Logik in deiner Fertigung schon umgesetzt?

Dann hast du auf dem Weg zu einer LEAN Production schon ein ordentliches Stück geschafft.

LEAN Management Prinzip #5 – kontinuierlich verbessern

Damit das aber so bleibt, kommen wir zum fünften LEAN Management Prinzip.

Alles kann und sollte immer weiter verbessert werden.

Gib dich mit dem bereits Erreichten niemals zufrieden, sondern hinterfrage Alles. Noch besser wäre es, wenn dieses Denken bei allen Mitarbeitern in deinem Unternehmen angekommen ist.

Alles kann und sollte immer weiter verbessert werden, in kleinen Schritten.

Fazit

Wenn du LEAN Management einführen möchtest, kommst du um die fünf LEAN Management Prinzipien nicht herum.

Die fünf Prinzipien sind:

  1. Den Kundenwert definieren
  2. Den Wertstrom identifizieren
  3. Den Fluss optimieren
  4. Das Pull-Prinzip umsetzen
  5. Alles kontinuierlich verbessern

Für die konkrete Umsetzung dieser 5 LEAN Management Prinzipien gibt es Methoden, wie das Value Stream Mapping, SMED, Kaizen usw..

Diese werden in den kommenden Beiträgen erklärt. Es wird Schritt für Schritt Anleitungen geben, die dir helfen sollen, das theoretische Wissen über LEAN Management in deinem Unternehmen zu leben.

Hast du konkrete Wünsche und Fragen zum Thema LEAN Management? Dann hinterlasse mir einen Kommentar und ich versuche, diese Fragen schnellstmöglich zu beantworten.

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Über mich

Thomas
Seit mehr als 10 Jahren beschäftige ich mich beruflich mit Lean Production oder Lean Management. In dieser Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass in den teuren Schulungen zwar tolles theoretisches Wissen über Lean Techniken vermittelt wird, aber weniger konkrete Infos darüber, wie man dieses Wissen im betrieblichen Alltag verankert. Daher habe ich mich dazu entschlossen diesen Blog zu gründen und meine Erfahrungen und mein Wissen mit Dir zu teilen. Ich möchte Dir mit meinen Beiträge und Vorlagen dabei helfen, Lean Management bei Dir im Unternehmen zu einer Erfolgsstory zu machen. Du willst mir dabei helfen? Dann melde Dich bei der LEANvolution Community an und erfahre immer als erster, wenn es neue Beiträge gibt.

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