Wertstromanalyse Beispiel

Wertstromanalyse Beispiel – Wie du mit dem VSM Visualisierungstool schnell und einfach einen Wertstrom erstellst

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VSM ist eine praktische Methode. Daher soll nun Schluss sein mit der grauen Theorie.

Wir starten daher heute mit einem praktischen Wertstromanalyse Beispiel, einer Case Study.

Und ich möchte dieses praktische Beispiel dazu verwenden, dir das VSM Visualisierungstool vorzustellen.

Mit diesem Tool kannst du ganz schnell und einfach deine Wertströme zeichnen. Damit erspart es dir enorm viel Zeit.

Insbesondere, wenn du schnell nochmal eine Änderung einfügen möchtest, geht es mit diesem Tool deutlich schnell und einfacher.

Heute im ersten Beitrag zeige ich dir, wie du mit dem Tool einen IST Wertstrom aufstellst.

Im zweiten Beitrag geht es dann darum, wie du aus dem IST Wertstrom einen möglichst optimalen SOLL Wertstrom erstellst.

Dies ist dann auch nochmal ein schönes, praktisches Wertstromanalyse Beispiel für die Inhalte, die wir in Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4 der Beitragsserie zum Thema VSM besprochen haben.

Ok, dann lass uns mal loslegen:

Vorstellung des VSM Visualisierungstools

Bevor ich dir in einem praktischen Wertstromanalyse Beispiel zeige, wie das VSM Visualisierungstool genutzt wird, möchte ich dir zunächst einige Bereiche und Funktionen des Tools vorstellen.

1 Die Zeichnungsebene

Wichtigster Bereich des Tools ist die Zeichnungsebene. Hier wirst du nach und nach deinen Wertstrom aufbauen.

Ganz oben links erkennst du, welchen Wertstrom du gerade erstellst.

Unten rechts gibt es einen kleinen Datenkasten, in welchem später die Wertschöpfungsanteile ausgerechnet werden.

Zeichnungsebene

2 Der Symbole-Vorrat

Auf der rechten Seite des Tools siehst du den Symbolevorrat. Was die Symbole bedeuten und wie du sie anwendest, kannst du hier nochmal im Detail nachlesen.

Die meisten Symbole kannst du einfach per Drag and Drop in die Zeichnungsebene ziehen. Halte dabei bitte die STRG-Taste auf deiner Tastatur gedrückt. Das hat zur Folge, dass das entsprechende Symbol kopiert anstatt verschoben wird. Damit kannst du schnell und einfach das gleiche Symbol mehrfach in deinen Wertstrom einfügen.

Eine Ausnahme von dieser Regel stellen die Prozesse und die drei Datenkästen für die Durchlaufzeit (DLZ), die Prozesszeit (PZ) und den Wertschöpfungsanteil dar.

Für die Prozesse liegen im Symbolevorrat nämlich insgesamt 16 Kästchen übereinander. Fange beim Erstellen deiner Prozesskette vorne beim Lieferanten an und arbeite dich nach hinten vor. Warum das wichtig ist, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Symbolevorrat

3 Die Dateneingabe- und Berechnungsebene

Denn der dritte Bereich im VSM Visualisierungstool ist der Dateneingabe-Bereich.

Hier kannst du für jeden Prozessschritt die Kennzahlen eingeben und sie erscheinen automatisch in den Datenkästen der Zeichnungsebene. Bequem, oder? 😉

Lediglich bei den Beständen musst du die Bestandshöhe manuell oben in der Zeichnungsebene eintragen und sie so aus der Dateneingabe-Ebene übernehmen.

Da es sehr schwierig ist, genau vorauszusehen, welche Bestände du zwischen welchen Prozessschritten hast, war es mir bisher nicht möglich auch für die Bestände eine eindeutige Verknüpfung zwischen der Dateneingabe-Ebene und der Zeichnngsebene zu erstellen.

Wenn du Ideen hast, wie dieses Problem gelöst werden könnte, dann freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren. Schließlich möchte ich das Tool so komfortabel wie möglich für dich gestalten.

Dateneingabeebene

4 Die Reiter für IST- und SOLL-Wertströme

Damit du die verschiedenen Wertströme, die während eines Workshops entstehen im gleichen Tool erstellen kannst, hast du insgesamt 4 Reiter, auf denen du die Wertströme erstellen kannst.

Von einem auf den nächsten Reiter errechnet sich jeweils die prozentuale Verbesserung des Wertschöpfungsanteils.

Trotzdem musst du die Elemente auf jedem Reiter neu einfügen. Kopiere daher bitte die Prozessboxen nicht einfach von dem einen auf den anderen Reiter, da die Verknüpfungen zur Dateneingabe-Ebene sonst nicht mehr korrekt funktionieren würden.

Wertstromanalyse Beispiel – Einen IST Wertstrom mit dem VSM Visualisierungstool erstellen

Wie ich hier bereits beschrieben habe, erfolgt die Erstellung eines IST Wertstroms in 8 Schritten. Gehen wir nun also anhand eines konkreten Beispiels durch diese 8 Schritte und erstellen gemeinsam Schritt für Schritt einen IST Wertstrom mit dem VSM Visualisierungstool.

Schritt 1: Festlegen der Teilefamilie

Der erste Schritt ist die Festlegung der Teilefamilie, auf die ihr euch in dem Workshop konzentrieren wollt.

Auf diesen Punkt gehen wir heute nicht weiter ein weil wir das Thema im letzten Beitrag bereits besprochen haben.

Solltest du jedoch Fragen haben, wie genau ihr bei der Festlegung der Teilefamilie vorgehen sollt, so hinterlasse mir gerne einen Kommentar unter dem Beitrag. Ich helfe dir gerne.

Schritt 2: Produktionsplanung, Lieferant und Kundenanforderungen eintragen

Erster wirklicher Schritt in unserem Wertstromanalyse Beispiel ist das Einzeichnen des Kunden und der Lieferanten.

Im VSM Visualisierungstool liegen im Symbolvorrat jeweils ein Symbol für den Kunden und ein Symbol für den Lieferanten bereit. Das Symbol für den Kunden liegt über dem für den Lieferanten.

Ziehe daher zunächst den Kunden per Drag and Drop in die Zeichnungsebene und positioniere ihn auf der rechten Seite ziemlich weit oben.

Du siehst im Datenkasten des Kunden zwei orange-farbene Felder. Diese sind mit den Feldern B100 und C100 verknüpft und füllen sich automatisch, sobald du die wöchentlich von deinem Kunden benötigte Menge und deine wöchentliche Produktionszeit eingetragen hast.

Bei deiner wöchentlichen Produktionszeit sei gesagt, dass du diese aktuell auf Sekunden umrechnen musst. Da ich nicht weiß, welches Business mit was für durchschnittlichen Taktzeiten du betreibst, habe ich mich zunächst auf die kleinste Größenordnung konzentriert, so dass jeder das Tool nutzen kann.

Im Beispiel bin ich von 2 schichtiger Arbeit an 5 Tagen pro Woche ausgegangen. Jede Schicht dauert 8 Stunden, d.h. es stehen dir 2 Schichten x 5 Tage x 8 Stunden x 60 Minuten x 60 Sekunden = 288.000 Sekunden zur Verfügung, um die 500 Teile für deinen Kunden zu bauen.

Für den Lieferanten machst du das genauso und positioniert ihn oben links auf der Zeichnungsebene. Wenn du mehr als einen Lieferanten positionieren möchtest, dann drücke während des Ziehens die ganze Zeit die STRG-Taste.

Wertstromanalyse Beispiel Stand1

Schritt 3: die Prozesse eintragen

Nun kommen die Prozesse an die Reihe.

Hier hast du in Summe 16 Prozesskästen im Zeichnungsvorrat zur Verfügung. Die Datenkästen der Prozesse sind alle mit der Dateneingabe verknüpft, so dass du die Daten später bequem unterhalb der Zeichnungsebene eintragen kannst.

Beim Ziehen der Prozesse aus der Zeichnungsebene brauchst du demnach nicht die STRG-Taste zu drücken, denn du willst ja keine Kopien erstellen, die später alle die gleichen Daten enthalten.

Sollten 16 Prozesskästen nicht ausreichen, so schreibe mir bitte einen Kommentar, so dass ich das Tool auch für deine Zwecke erweitern kann. 16 Prozesse haben in der Praxis bisher immer vollkommen ausgereicht.

Schritt 4: Prozessdaten sammeln und eintragen

In deinem Workshop würdest du nun in der Fertigung die Daten zu jedem einzelnen Prozess aufnehmen.

Wenn du also alle wichtigen Daten aufgenommen hast, gehst du in die Dateneingabeebene des VSM Visualisierungstools und trägst sie hier ein.

DateneingabeIST

Wenn du einige Informationen in der Dateneingabe für deine Zwecke nicht benötigst, so lass die Felder einfach frei. In unserem Beispiel habe ich z.B. keine Verwendung für die Felder Behältergröße oder für die Bestandsgrößen gehabt.

Stand2

Schritt 5: Bestände eintragen

Nun brauchen wir sie doch, die Bestände für unser kleines Wertstromanalyse Beispiel.

Diese werden einmal unten in der Dateneingabe-Ebene und zusätzlich unterhalb der Symbole eingetragen, die wir nun in den Wertstrom einfügen.

Für unser Beispiel haben wir zwischen jeder Station im Ausgangszustand ungeregelte Bestände. Wenn du dir nicht mehr sicher bist, welches Symbol du für welche Art von Bestand verwendest, schaue hier noch einmal nach.

Bitte achte darauf, dass du nach jedem Einfügen eines Symbols dieses einmal kurz entmarkieren musst, da du es sonst beim Einfügen eines weiteren Symbols ungewollt verschiebst. Klicke dafür einfach einmal in den Symbolvorrat.

Nach dem Einfügen gehe einmal in das Datenfeld jedes Bestandssymbols und trage die von dir beobachtete Menge ein.

Wie du am Beispiel sehen kannst, kann es auch vorkommen, dass es zwischen zwei Stationen zwei Lager gibt, eines für die ausgehenden Teile des vorangehenden Prozesses und eines für den nachfolgenden Prozess.

Wertstromanalyse Beispiel Stand3

Schritt 6: externe Material- und Informationsflüsse eintragen

Im Schritt 6 trägst du die externen Material- und Informationsflüsse im VSM Visualisierungstool ein. Auch hier gilt es wieder die STRG-Taste gedrückt zu halten.

Wertstromanalyse Beispiel Stand4

Schritt 7: interne Material- und Informationsflüsse

Auch der 7. Schritt ist wenig spektakulär. In unserem Wertstromanalyse Beispiel gehen wir davon aus, dass zunächst ein Push von einer in die nächste Station erfolgt und dass daher auch jede einzelne Station einzeln geplant wird.

Das sieht dann im VSM Visualisierungstool so aus:

Stand5

Schritt 8: Zeitleiter eintragen und Kennzahlen berechnen

Nun müssen wir noch die Zeitleiter unterhalb der Prozesse einzeichnen und die Kennzahlen berechnen, um einen fertigen IST Wertstrom zu erhalten.

Fangen wir mit der Zeitleiter an:

1. Zeitleiter einzeichnen

Das Zeitleiterlemenent findest du ganz unten im Symbolvorrat. Beim Einfügen muss man ein wenig tricksen, damit hinterher alles so aussieht, wie man es sich vorstellt.

Zunächst ziehe so viele Zeitleiterlemenete in die Zeichnungsebene, wie du benötigst.

Denk dran, dass die obere Ebene der Zeitleiter die Liegezeiten aufgrund deiner Bestände darstellt und die untere Ebene die Zeiten deiner Prozessschritte.

Daher positionierst du nun die Elemente so in deinem Wertstrom, dass die untere Ebene immer genau unter den Datenkästen der Prozesse ausgerichtet ist.

Wenn du die Breite der Prozesskästchen nicht angepasst hast, dann passt die Breite des unteren Teils der Leiter genau zur Breite der Prozesskästchen. Wenn du etwas angepasst hast, dann musst du eben auch die Leiter anpassen.

Dabei würde ich nicht zu sehr darauf achten, dass alles perfekt aussieht, sondern die Elemente so schnell wie möglich einkürzen oder verlängern.

Das dauert dann nicht länger als zwei Minuten.

2. Werte berechnen und eintragen

Wenn die Zeitleiter eingezeichnet ist, müssen wir noch die Werte für die Liegezeit und die Prozesszeit berechnen, damit wir diese auch eintragen können.

Dazu gehst du im VSM Visualisierungstool in den Dateneingabebereich und trägst die Bestände ein. Bestand 1 ist dabei der Bestand, der vor dem ersten Prozessschritt liegt. Das wird in aller Regel der Bestand in deinem Lager sein.

Wenn du wie in unserem Beispiel einmal zwei Puffer zwischen dem vorangehenden und dem nachfolgenden Prozess hast, dann addiere die beiden Bestände und trage diesen Wert ein.

Wenn du wie im Beispiel drei Prozessschritte hast, dann trage den Bestand an Fertigteilen in deinem Lager als Bestand 4 ein.

Da wir bereits ganz zu Beginn den Kundentakt ausgerechnet hatten, werden nun alle weiteren Werte vom Tool automatisch berechnet. Du musst die Werte nur noch in die Zeichnungsebene übertragen.

Damit ist dein IST Wertstrom fertig und sieht so oder so ähnlich aus:

Wertstromanalyse Beispiel IST

Fazit zum IST Zustand im Wertstromanalyse Beispiel

Bis hierhin soll es für heute genügen. Danke an dich, dass du dir die Zeit genommen hast, bis hierher zu lesen.

Ich habe dir heute das VSM Visualisierungstool vorgestellt und dir anhand eines praktischen Wertstromanalyse Beispiels gezeigt, wie man mit diesem Tool einen IST Wertstrom erstellen kann.

Dieses Beispiel zeigt uns Zahlen, die so oder so ähnlich in den meisten Unternehmen vorkommen.

In unserem konkreten Beispiel führen die Zahlen dazu, dass wir im IST Zustand gerade einmal einen Wertschöpfungsanteil von 0,025% haben.

D.h. gerade einmal 0,025% der Zeit, den ein vorne angeliefertes Teil eines Lieferanten auf dem Weg durch deine Fertigung hat, um als fertiges Produkt an deinen Kunden geschickt zu werden, ist Wertschöpfung.

Der Rest der Zeit ist Verschwendung.

Wie wir diesen Zustand optimieren und wie dich dabei das VSM Visualisierungstool unterstützen kann, zeige ich dir im nächsten Beitrag für unser Wertstromanalyse Beispiel.

Hast du Fragen oder Anmerkungen, dann hinterlasse mir einen Kommentar unter dem Beitrag.

Findest du die Informationen auf LEANvolution.de hilfreich, dann trage dich mit deiner E-Mail-Adresse gleich unter dem Beitrag ein. Du erfährst dann immer gleich als erstes, wenn ein neuer Beitrag online geht.

Ich wünsche dir einen guten Start in eine erfolgreiche Woche,

Dein Thomas

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Über mich

Thomas
Seit mehr als 10 Jahren beschäftige ich mich beruflich mit Lean Production oder Lean Management. In dieser Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass in den teuren Schulungen zwar tolles theoretisches Wissen über Lean Techniken vermittelt wird, aber weniger konkrete Infos darüber, wie man dieses Wissen im betrieblichen Alltag verankert. Daher habe ich mich dazu entschlossen diesen Blog zu gründen und meine Erfahrungen und mein Wissen mit Dir zu teilen. Ich möchte Dir mit meinen Beiträge und Vorlagen dabei helfen, Lean Management bei Dir im Unternehmen zu einer Erfolgsstory zu machen. Du willst mir dabei helfen? Dann melde Dich bei der LEANvolution Community an und erfahre immer als erster, wenn es neue Beiträge gibt.

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